Wiesloch

Jugendliche der evangelischen Christusgemeinde (2007)

Der Wieslocher Memoralstein trägt einen zerbrochenen Davidstern. Damit knüpft er an die Darstellung des bereits existierenden Denkmals zur Erinnerung an die im Nationalsozialismus verfolgten Juden die am jüdischen Friedhof in Wiesloch an.


Vor Ort:

Geschichtsabriss:

Im kurpfälzischen Wiesloch bestand jüdische Gemeinde seit dem Mittelalter bis 1938/1940. 1748 lebten sieben jüdische Familien in der Stadt. 880 sowie 1910 wurde die Höchstzahl jüdischer Bewohner mit 125 Personen erreicht. Die Wieslocher Juden waren als Vieh- Tabak- und Hopfenhändler ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Vermutlich gab es im 18. Jahrhundert eine „Männerschul“ (Synagoge), die bis 1837 am Platz der späteren Synagoge bestand, während die Frauen ihre eigene Synagoge im Obergeschoss eines Nachbarhauses hatten. 1837 / 1838 wurde eine neue Synagoge erbaut, in der nun zugleich Männer und Frauen (auf der Empore) Platz hatten. Beim Novemberpogrom 938 wurde sie im Innern geschändet und vollständig zerstört. Nach zeitweiliger Nutzung als Garage wurde sie 1957 abgerissen. Ein Teil des Eingangsportals (mit Inschrift) wurde danach in die Umfassungsmauer des jüdischen Friedhofs eingemauert. 1974 wurde eine Gedenktafel für die Synagoge in der heutigen Synagogengasse / Hauptstraße 103 an der Stelle des ehemaligen Synagogeneingangs errichtet. Der Friedhof, der sich am Rand der Altstadt (Merianstraße/Bahnweg) befindet, wurde 1661 erstmalig genannt. Vom 17. bis ins 20. Jahrhundert wurden hier die Verstorbenen der jüdischen Gemeinden aus dem ehemaligen Oberamt Heidelberg begraben. Hier befinden sich auch die Gräber der Familie des Hofjuden Aaron Elias Seligmann aus Leimen. Für die Besichtigung des Friedhofs ist der Schlüssel bei der Stadtverwaltung, Tel.: 06222-841, Mo-Fr: 9-12 Uhr, zu erfragen.
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