Baden-Baden

Schülerinnen und Schüler der Klosterschule vom „Heiligen Grab“, 10. Klasse (2010)

Das Memorialstein aus Baden-Baden besteht aus zwei übereinandergestellten Würfeln. Diese Würfel sind Symbole für das Schicksal, für den Zufall. Sie tragen jeweils ein Relief: Eine Landschaft als Verherrlichung der Schönheit des badischen Landes, aus der die Juden im Oktober 1940 vertrieben wurden sowie eine brennende Synagoge und einen Koffer - Sinnbilder der Verfolgung und der Verschleppung der jüdischen Bevölkerung aus ihrer Heimatstadt Baden-Baden.


Vor Ort: Hector-Berlioz-Anlage

Geschichtsabriss:

1933 wurden 260 jüdische Einwohner gezählt (0,9 % von insgesamt 30.262 Einwohnern). Auf Grund der zunehmenden Repressalien (Baden-Baden galt bereits 1930 als „Tummelplatz der wüstesten Judenhetze“), der Entrechtung und der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts verließen viele der jüdischen Einwohner in den folgenden Jahren die Stadt. Einige andere zogen jedoch aus anderen Orten noch in Baden-Baden zu. Offiziell wurde bis Anfang 1937 die öffentliche Diskriminierung jüdischer Kurgäste mit Rücksicht aus die ausländischen Kurgäste nicht betrieben. Seit Anfang 1937 wurden die jüdischen Kurgäste jedoch praktisch vom allgemeinen Kurbetrieb ausgeschlossen. Nur noch vier Hotels durften danach Juden aufnehmen. Die Ereignisse beim Novemberpogrom 1938 gestalteten sich in Baden-Baden in besondere brutaler und die jüdischen Einwohner in höchstem Maße demütigender Weise. Am 23. Oktober 1940 (nicht am 22. Oktober 1940 wie in den meisten anderen badischen Deportationsorten) wurden laut einer von den Nationalsozialisten zusammengestellten Liste 116 jüdische Personen aus Baden-Baden nach Gurs deportiert. Da aber mindestens fünf der auf der Liste aufgeführten Personen vor ihrer Abholung sich das Leben nahmen, muss von einer geringeren Zahl der Deportierten ausgegangen werden.Letztlich ist diese noch nicht geklärt.

Die Namen der fünf Personen, die sich das Leben nahmen, haben wir auf dieser Homepage belassen.

Von den Zurückgebliebenen – 1941 wurden noch 44 jüdische Personen im Stadtkreis gezählt – wurde ein Teil zwischen 1942 und 1945 bei weiteren Deportationen verschleppt. Einige wenige konnten, da sie in einer sogenannten "privilegierten Mischehe" lebten, in der Stadt überleben.

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Gedenkbuch

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